Vom Sicherheitsverständnis der Motorradfahrer

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Die Sicherheit beim Motorradfahren liegt den allermeisten Bikern am Herzen. Foto: Tumisu, Pixabay

Heute soll es in meinem Blog um das Sicherheitsverständnis der Motrorradfahrer gehen. Angesichts der aktuellen Debatte um rücksichtsloses Gasgeben schwarzer Schafe in den Bikerevieren, der damit verbundenen Lärm- und Umweltdebatte sowie drohenden Motorradfahrverboten kommt eine aktuelle Studie zum Thema gerade recht. „Motorradsicherheit in Deutschland: Einstellungen und Verhaltensweisen mit speziellem Blick auf Fahrer-Assistenzsysteme an Krafträdern“ heißt eine davon. In Auftrag gegeben hat sie das Institut für Zweiradsicherheit (ifz). Die gute Nachricht: Deutschlands Motorradfahrer und -fahrerinnen gehen auf Nummer sicher. Deutschlandweit wurden rund 4.000 Biker hinsichtlich ihres Sicherheitsbewusstseins und ihrem Status rund um Fahrer-Assistenzsysteme befragt. Ein wichtiges Ergebnis der Studie (Download siehe Link): Auf dem Motorrad sicher unterwegs zu sein, hat für fast alle höchste Priorität. Auch sei bei den meisten Bikern ein ausgeprägtes Bewusstsein für Gefahrensituationen vorhanden.

https://bit.ly/2DHf3MI

Dabei verfügen Deutschlands Biker nicht nur ein profundes theoretisches Wissen über alle Sicherheitsaspekte, welche das Motorradfahren betreffen sondern richten auch ihre Verhaltensweisen an diesem Know-how aus. So sei beispielsweise die Nutzung der kompletten Motorradbekleidung weitgehend selbstverständlich oder auch der regelmäßige Sicherheitscheck des Motorrads oder Rollers. Letzteres untermauern auch die Ergebnisse von Hauptuntersuchungen. Während bei dem Großteil der Motorräder kaum erhebliche Mängel vorliegen, schneiden Pkw-Besitzer mit ihren Fahrzeugen hier deutlich schlechter ab, so die Studie.

Besonders augenfällig zeige sich dieser Theorie-Praxis-Bezug beim Thema Fahrer-Assistenzsysteme für Motorräder (FAS-M), die einen Untersuchungsschwerpunkt der Studie bildeten. Die große Mehrheit der Befragten ist sich über das sicherheitssteigernde Potenzial der Systeme einig. Mehr noch: Über 60 Prozent der Motorradfahrer sind der Meinung, dass FAS-M weiter dazu beitragen werden, die Unfallzahlen im Bereich der motorisierten Zweiräder zu reduzieren. Daraus ziehen viele aber auch ganz praktische Schlüsse: 53 Prozent der Befragten gaben ausdrücklich an, dass die sicherheitsrelevanten Aspekte bei ihrer Motorradwahl einen großen bis sehr großen Einfluss ausgeübt haben. Die angebotenen Sicherheitskomponenten werden also ganz bewusst in den Kaufentscheid einbezogen. Mit einem Klischee räumt die Studie ebenfalls auf, nämlich, ob die elektronischen Helferlein nicht auch zu einer riskanteren Fahrweise verleiten. Direkt auf das Thema „Risikokompensation“ angesprochen sehen sich lediglich 13 Prozent in Versuchung, wegen vorhandener FAS-M auch einmal eine mutigere Fahrweise an den Tag zu legen.

Fazit: Motorradfahrer sind reflektiert unterwegs und messen dem Thema Sicherheit große Bedeutung bei. Sie treten ihre Fahrt selbstverständlich mit dem Ziel an, unversehrt anzukommen, was dem Großteil der über viereinhalb Millionen Nutzer in Deutschland auch gut gelingt. „Dieses Bild von verantwortungsbewussten Verkehrsteilnehmern hat mit den zuweilen in den Medien auftauchenden Meldungen von größerer Risikobereitschaft oder von mangelndem Sicherheitsbewusstsein nichts gemein“, bilanzieren die Wissenschaftler. Kein Wunder, so schlussfolgert das ifz: „Während in der Presse oft anekdotische Ereignisse die Schlagzeilen dominieren, sind die Befunde der Studie wissenschaftlich fundiert.“ Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Haben Motorradfahrer ein Problem mit der Öffentlichkeit, wie sie Medien herstellen? Wer kann vielleicht positive Beispiele differenzierter Medienberichterstattung aufführen? Freue mich auf Ihre Einsendungen. Schreiben Sie mir.

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