IVM-Neuzulassungen Juli 2020: 125er-Hype und ein (noch) ungebremster Optimismus

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Yamaha hat die MT-125 zum Modelljahr 2020 rundum erneuert. Der Lohn: Platz drei in der Neuzulassungsstatistik.

In der Gesamtbilanz über alle Motorrad-Fahrzeuggruppen hinweg liefert der Neuzulassungs-Juli mit seinen 29.977 Einheiten ein Plus von 54,95 Prozent ab. Dies meldet der Industrie-Verband Motorrad (IVM). Der Zweiradmarkt zeigt sich damit weiterhin als äußerst robust. Dass die Saison 2020 auch unter dem Strich trotz der Corona-Wirren eine positive werden könnte, scheint tatsächlich nicht nur möglich sondern durchaus realistisch zu sein.

Zwar gibt es regional immer noch Ärger mit restriktiven Zulassungsämtern. Doch erfreut sich das motorisierte Zweirad in der Pandemie wachsender Beliebtheit. Insbesondere die 125er-Klasse boomt. Schuld daran ist die neue Führerscheinregelung (B 196). Sie ermöglicht Pkw-Führerscheinbesitzern einen erleichterten Zugang zur Zweiradmobilität. Die 17.339 Einheiten des wichtigsten Segments Motorrad mit mehr als 125 cm³ Hubraum bedeuten ein Plus von 41,25 Prozent, das bisher höchste Monatsplus des Jahres.

Das Zulassungsranking nach Markenpower

Der Schwung kommt aber nicht bei allen Marken gleichermaßen an. So hat Platzhirsch BMW Motorrad in den ersten sieben Monaten des Jahres 19.287 Motorräder neu zugelassen. Das entspricht einem Minus von 4,11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und einem Marktanteil von exakt 21,86 Prozent. Den zweiten Platz in der Markenwertung sichert sich Kawasaki: Die 10.999 Einheiten (plus 9,17 Prozent im Vergleich zu den ersten sieben Monaten 2019) bedeuten einen Marktanteil von 12,47 Prozent. Auf Platz drei folgt Honda mit 10.792 Einheiten (ein Plus von 7,84 Prozent und 12,23 Prozent Marktanteil). Dahinter landet KTM auf Platz vier (10.094 Einheiten/plus 3,20 Prozent, 11,44 Prozent Marktanteil). Rang fünf verteidigt Yamaha (8.553/minus 0,97 Prozent, 9,70 Prozent Marktanteil)

Bei den Spitzenreiter-Modellen sieht es im Juli folgendermaßen aus: Die BMW R 1250 GS steht mit 6.653 Einheiten an der Spitze des Rankings. Auf Platz zwei die Kawasaki Z 900 (3.133) vor der Yamaha MT-07 (2.231). Dahinter reihen sich ein: Kawasaki Z 650 (2.009), KTM 790 Duke (1.597), KTM 690 SMC (1.588) und Honda CMX 500 Rebel (1.485). Auf Platz 8 landete die KTM 390 Duke (1.446) vor Yamaha Ténéré 700 (1.327) und BMW S 1000 XR (1.261).

Die Kraftroller

Die 2.492 neu zugelassenen Kraftroller im Berichtsmonat bedeuten ein Plus von 8,68 Prozent in diesem Fahrzeugsegment im Vergleich zum Vorjahresmonat. Kumuliert wurden in den ersten sieben Monaten 11.737 Kraftroller neu zugelassen, ein Minus von 4,99 Prozent zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Spitze im Modellranking besetzt Piaggio souverän mit der „ewigen“ Vespa GTS 300 Super (4.750 Einheiten). Es folgen der Piaggio MP3-300-LT (544) vor Yamahas X-Max 300 (501), Piaggio MP3-500-LT (475) und Honda SH 150 (426).

Die Leichtkraftroller

Hier brennt definitiv die Hütte: Mit 4.852 Einheiten schneiden die 125er-Scooter um 117,13 Prozent Prozent besser ab als im Juli des Vorjahres. In der Kumulation der ersten sieben Monate der Saison stehen 19.623 Einheiten in der Bilanz, ein Plus von 78,47 Prozent. An der Spitze der beliebtesten Roller steht weiterhin die Vespa Primavera (2.612 Einheiten), vor der Vespa GTS Super 125 (2.446) und dem Piaggio Medley 125 (1.323). Dahinter folgen Piaggios Liberty 125 (1.278) vor dem Yamaha N-Max (991).

Die 125er-Leichtkrafträder

Das Fahrzeugsegment Leichtkrafträder verzeichnete im Juli 5.294 Einheiten, ein Plus von 107,45 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Kumuliert bedeuten die 21.264 Einheiten einen Zuwachs von 56,76 Prozent. An erster Stelle der Lieblingsbikes der Jugend sowie der seit diesem Jahr zusätzlich auf den Plan getretenen A1-in-B-Kundschaft steht die KTM Duke 125 mit 2.746 Einheiten. Dahinter landet die Honda CB 125 R (1.601) und die Yamaha MT-125 (1.361). Dahinter folgen die Kawasaki Z-125 (1.214) und die Aprilia SX-125 (1.155).

Fazit: Über alle Fahrzeuggruppen hinweg wurden im Juli 29.977 Fahrzeuge neu zugelassen. Das sind 54,95 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Kumuliert Januar, Februar, März, April, Mai, Juni und Juli sind es 140.840 Fahrzeuge, ein Plus von 13,19 Prozent zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Angesichts der wirtschaftlichen Corona-Verwerfungen in anderen Branchen ein wahrlich erfreuliches Ergebnis. Bleibt abzuwarten, ob die Auswirkungen von Kurzarbeit, möglichen Entlassungswellen nach den Sommerferien und eine zweite Welle der Pandemie diesem Optimismus in den nächsten Monaten einen Dämpfer verpasst. 

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