IVM-Neuzulassungen August 2020: Die Welle des Erfolgs

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Reitet derzeit zweifelsohne auf der Erfolgswelle: die Motorradbranche. Foto: Sarah Richter/Pixabay

In der Gesamtbilanz über alle Motorrad-Fahrzeuggruppen hinweg liefert der Neuzulassungs-August mit seinen 23.081 Einheiten ein Plus von 59,12 Prozent ab. Dies meldet der Industrie-Verband Motorrad (IVM). Der Zweiradmarkt zeigt sich damit weiterhin als stabilisierende Größe in der gesamten Motorradwirtschaft. Das Plus im achten Monat der Saison ist das höchste in diesem Jahr.

Im Gegensatz dazu stehen die Kollegen der Autofraktion entschieden schlechter da. Die Umsätze von Kfz-Handel und Kfz-Werkstätten sind in der Corona-Krise deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) gestern mitteilte, verringerten sich diese preis-, kalender- und saisonbereinigt im 1. Halbjahr 2020 um 15,8 prozent gegenüber dem 2. Halbjahr 2019. Betroffen war vor allem der Autohandel mit einem Minus von rund 18 Prozent.

Die Message lautet: Das motorisierte Zweirad ist in – trotz oder gerade wegen Corona!? Bislang trug insbesondere die 125er-Klasse zum fulminanten Aufschwung bei. Doch brummt es inzwischen auch in der Kraftradklasse ab 125 cm³. Im August wurden an den Zulassungsämtern 12.704 Motorräder neu angemeldet – ein Plus von 41,09 Prozent. Von Januar bis August schlagen 100.920 Einheiten zu Buche, was einem Zuwachs von 4,56 prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum entspricht.

Das Zulassungsranking nach Markenpower

Fest steht: Der Zweiradmarkt ist seit Mai regelrecht aufgeblüht. Der Schwung verteilt sich aber nicht auf alle Marken gleich. So hat Platzhirsch BMW Motorrad in den ersten acht Monaten des Jahres 21.103 Motorräder neu zugelassen. Das entspricht einem Minus von 2,30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und einem Marktanteil von exakt 20,91 Prozent. Den zweiten Platz in der Markenwertung sichert sich Kawasaki: Die 12.499 Einheiten (plus 12,94 Prozent im Vergleich zu den ersten acht Monaten 2019) bedeuten einen Marktanteil von 12,39 Prozent. Knapp dahinter auf Platz drei folgt Honda mit 12.383 Einheiten (ein Plus von 11,91 Prozent und 12,27 Prozent Marktanteil). Dahinter landet KTM auf Platz vier (11.873 Einheiten/plus 8,42 Prozent, 11,76 Prozent Marktanteil). Rang fünf verteidigt Yamaha (9.989/plus 2,62 Prozent, 9,90 Prozent Marktanteil).

Kunden sind dieses Jahr von der US-Elektromotorradmarke Zero Motorcycles elektrisiert; 250 Einheiten im Jahresverlauf. Das entspricht einem Plus von 65,56 Prozent. Flott unterwegs ist außerdem die aufstrebende US-Kultmarke Indian mit 1.459 Einheiten (plus 43,60 Prozent) und die von KSR vertriebenen Royal-Enfield-Modelle made in India: 1.675 Einheiten bedeuten ein Plus von 36,29 Prozent. Gäbe es nicht coronabedingt Lieferengpässe, stünden dieser drei Marken noch besser da in der Statistik.

Bei den Spitzenreiter-Modellen sieht es im August folgendermaßen aus: Die BMW R 1250 GS steht mit 7.338 Einheiten an der Spitze des Rankings. Auf Platz zwei die Kawasaki Z 900 (3.411) vor der Yamaha MT-07 (2.659). Dahinter reihen sich ein: Kawasaki Z 650 (2.453), KTM 690 SMC (1.880), KTM 790 Duke (1.864), Honda CMX 500 Rebel (1.718). Auf Platz 8 landete die KTM 390 Duke (1.713) vor Yamaha Ténéré 700 (1.651) und BMW S 1000 XR (1.365).

Die Kraftroller

Die 1.972 neu zugelassenen Kraftroller im Berichtsmonat bedeuten ein Plus von 17,03 Prozent in diesem Fahrzeugsegment im Vergleich zum Vorjahresmonat. Kumuliert wurden in den ersten acht Monaten 13.709 Kraftroller neu zugelassen, ein Minus von 2,35 Prozent zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Spitze des Modellrankings für sich reserviert hat Piaggio mit seiner Vespa GTS 300 Super (5.661 Einheiten). Es folgen der Piaggio MP3-300-LT (605) vor Yamahas X-Max 300 (600), Piaggio MP3-500-LT (581) und Honda SH 150 (507).

Die Leichtkraftroller

Hype, hyper am hypersten heißt es bei den kleinen Rollern: Mit 3.858 Einheiten schneiden die 125er-Scooter um 157,89 Prozent Prozent besser ab als im August des Vorjahres. In der Kumulation der ersten acht Monate der Saison stehen 23.481 Einheiten in der Bilanz, ein Plus von 87,98 Prozent. An der Spitze der beliebtesten Roller steht weiterhin die Vespa Primavera (3.125 Einheiten), vor der Vespa GTS Super 125 (3.050), dem Piaggio Medley 125 (1.765) und Piaggios Liberty 125 (1.487). Das erste Modell, das nicht aus Italien kommt, hört auf den Namen Yamaha N-Max (1.097).

Die 125er-Leichtkrafträder

Das Fahrzeugsegment Leichtkrafträder verzeichnete im August 4.547 Einheiten, ein Plus von 95,99 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Kumuliert bedeuten die 25.811 Einheiten einen Zuwachs von 62,49 Prozent. An erster Stelle der Lieblingsbikes der Jugend sowie der seit diesem Jahr zusätzlich auf den Plan getretenen A1-in-B-Kundschaft steht die KTM Duke 125 mit 3.436 Einheiten. Dahinter landet die Honda CB 125 R (1.750) und die Yamaha MT-125 (1.699). Dahinter folgen die Aprilia SX-125 (1.457) vor der Kawasaki Z-125 (1.415).

Fazit: Über alle Fahrzeuggruppen hinweg wurden im August 23.081 Fahrzeuge neu zugelassen. Das sind 59,12 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Kumuliert bis einschließlich Ende August sind es 163.921 Fahrzeuge, ein Plus von 17,99 Prozent zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Angesichts der wirtschaftlichen Corona-Verwerfungen in anderen Branchen ist das ein fantastisches Ergebnis. Was noch erfreulich ist? Von vielen Händlern querbeet durch alle Marken ist zu hören, dass dieses Jahr kaum bis wenige Tageszulassungen das gute Ergebnis trüben.

Und noch eine gute Nachricht von der politischen Bühne: Die deutsche Ratspräsidentschaft in der EU bringt wohl in Kürze einen Kompromiss zustande, wonach die Übergangsregelungen für alte Euro-4-Fahrzeuge großzügig verlängert werden. Geplant ist, dass den Motorradherstellern noch ein bisschen mehr Spielraum beim Wechsel auf Euro 5 eingeräumt wird. Die neue Norm tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Der europäische Herstellerverband Acem hatte dies bereits vor Monaten gefordert.

1 KOMMENTAR

  1. Motorrad hat Zukunft, durch Helm keine Maskenpflicht. Motorradfahrer lieben den Kontakt untereinander, gibt es nicht unter Autofahrern.

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