Novus: Elektrisierende Motorrad-Science-fiction

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Das Novus ist angetreten, die Welt der Leichtkrafträder zu revolutionieren. Foto: Novus Bike

„Als Kind habe ich schon immer geträumt, wie in einem Science-fiction-Film irgendwann in der Zukunft auf super futuristischen Fahrzeugen unterwegs zu sein. Eine Zukunft, in der alles möglich schien. Schluss mit Träumen“, sagte sich René Renger, Gründer und CEO der Novus GmbH. Das junge Start-up aus Braunschweig ist angetreten durch seine Produkte die Wahrnehmung für Leichtkrafträder zu verändern. Zum Beispiel mit dem Projekt Novus.

Novus ist lateinisch und steht für neuartig. „Das war der Antrieb für unser Herzensprojekt, welches wir seit 2010 verfolgen“, erinnert sich Renger. „Als Industriedesigner haben mein Kommilitone Marcus Weidig und ich zu dieser Zeit versucht, etwas vollkommen Neuartiges zu entwerfen. Wir wollten damals kein Business erschaffen, sondern einfach das geilste elektrische Motorrad, das wir uns vorstellen konnten.“ Auf der CES 2019 in Las Vegas wurde der erste Designprototyp gezeigt. Und am 12. September 2020 stellten die beiden Tüftler den Serienprototyen vor.

Schon der Rahmen des Elektromotorradkonzepts Novus ist ein echter Hingucker: Er bildet ein geschlossenes, dreidimensonales Faserverbund-Bauteil. Der einzigartige Carbonfaser-Monocoque-Rahmen ist gleichzeitig tragendes Skelett und gibt der Außenhaut seine Gestalt. Er verzichtet komplett auf zusätzliche Verkleidungen. Im Vergleich zu konventionellen Stahl- oder Aluminium-Rahmen ist er leichter und verwindungssteifer. Nur sieben Kilogramm Gewicht schlagen zu Buche. Inklusive Batterie wiegt das Fahrzeug 75 Kilogramm. Das Novus-Bike ist als Einsitzer konzipiert, die maximale Zuladung beträgt 110 Kilogramm. Schwergewichtigere Biker scheiden als Zielgruppe wohl von vornherein aus, dürften sie auf diesem filigranen Zweirad wohl eher keine gute Figur abgeben. Erste kritische Kommentare in den sozialen Netzwerken monieren zudem die fehlende Alltagstauglichkeit eines solchen Bikes (kein Gepäckträger, keine Radabdeckungen zum Schutz bei Regen, fehlender zweiter Soziussitz etc.)

All in one

Der Rahmen beherbergt alle übrigen Bauteile. Der eigens entwickelte Radnabenmotor ist eine Hommage an das futuristische Design von Daniel Simon. Der deutsche Fahrzeugdesigner entwirft Autos und Motorräder für Autohersteller wie VW und Bugatti sowie für Science-Fiction-Filme der Walt Disney Company, Warner Bros. Entertainment und Universal. Vollständig in die Hinterrad-Carbonfelge integriert ist der Außenläufer auf Performance ausgelegt, soll aber mit Laufruhe, Drehmoment und Rekuperationsfähigkeit überzeugen. Die Maximalleistung des bürstenlosen Radnabenmotors wird mit 18 kW angegeben, erreichen soll das elektrische Leichtkraftrad 120 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das maximale Drehmoment elektromäßig hoch: 200 Nm! Das Bike ist in der Lage, in drei Sekunden von 0 auf 50 Sachen zu beschleunigen.

Der per Batterie-Management-System überwachte Lithium-Ionen-Akku weist eine Batteriespannung von 62 V, eine Energiemenge von 4,4 kW/h und eine Nennkapazität von 72 A auf. Zum Einsatz kommen 18650er Zellen. Sie generieren eine perfekte Passform, die platzsparend von der Carbonzelle geschützt tief im Monocoque verbaut ist. Der niedrige Schwerpunkt sorgt für agiles Fahrverhalten. Die Sitzposition auf 94cm Höhe darf als erhaben bezeichnet werden.

Look and feel aus der Zukunft

Die vordere Monogabel weist einen Federweg von 90 mm auf, die hintere 110 mm. Im Gegensatz zu konventionellen Motorrädern sind die Aufhängungsteile alle unsichtbar im Inneren positioniert und tragen so zum einmaligen Design bei. Das tun auch die Carbonfelgen im Rotordesign: Sie sorgen für Style und Leichtgewicht und sehen schon ziemlich sexy aus. Reifengröße: 18 Zoll.

Fahrmodi und App: Den Schlüssel vergessen? Kein Problem. Der Novus kann über NFC mit dem Smartphone entsperrt werden und ruft über die App zahlreiche Infos ab. Es stehen drei Fahrmodi zur Wahl: Base (Leistung 40%), Super (70%) und God (volle Leistung). Im Stadtverkehr sollen 100 Kilometer Reichweite drin sein.

Wer kann Novus fahren?

Das Novus-Motorrad soll es in drei Klassen geben: eine 45-km/h-Version, die mit dem Pkw-Führerschein gefahren werden darf, eine 7,5 kW-Version für Piloten mit A1-Lizenz und die 18 kW-Version für Kunden, die mindestens den A2-Führerschein haben oder natürlich den für alle Motorradklassen offenen A.

Hinter der Novus GmbH aus Braunschweig stehen René Renger und ein motiviertes Start-up-Team. Mitte 2022 soll das spektakuläre Science-fiction-Bike auf den Markt kommen. Das Firmenmotto lautet „Be ahead“. Der Preis ist heiß: Wer heute 1.000 Euro anzahlt, kann sich sein Novus-Bike für 46.284 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) vorab sichern. Beim Farbspektrum hat der solvente Early Adopter die Qual der Wahl: Metallic Paint, Royal Blue, Horizon Silver oder Sunpowder Gold.

Die Novus GmbH ist zu 100% selbst finanziert und befindet sich komplett in Gründerhand. Im Herbst starten die Braunschweiger ihre nächste Investitionsrunde und akquirieren Kapital für den Kleinserienanlauf. Der Gründer verspricht: „Novus ist mehr als ein elektrisches Motorrad. Novus ist ein Statement und die Überzeugung, dass man alles schaffen kann, wenn man dort weitermacht, wo andere schnell aufgeben. Novus ist das Versprechen, die Zukunft heute fahren zu können.“

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